Mythos Scheidenpilz - eine Aufklärung

Mythos 1: Scheidenpilz ist eine Geschlechtskrankheit

Es kommt vor, dass auch beim Geschlechtsverkehr Scheidenpilzerreger übertragen werden (beispielsweise beim Wechsel zwischen Anal- und Vaginalverkehr). Man kann dennoch nicht pauschal von einer Geschlechtskrankheit sprechen, da ein Scheibenpilz auch durch andere äußere Faktoren auftreten kann.

Bei den meisten Frauen siedelt Candida albicans zunächst in unterlegener Zahl in der Region von Po und Scheide, an. Erst, wenn das Immunsystem angeschlagen oder die empfindliche Vaginalflora aus dem Gleichgewicht geraten ist, kann es zum Scheidenpilz kommen.

 

 Mythos 2: Scheidenpilz entsteht durch mangelhafte Hygiene

Wenn eine Frau Scheidenpilz betroffen ist, hängt das nicht mit mangelnder Sauberkeit zusammen. Der Hefepilz Candida albicans, der die Erkrankung auslöst, siedelt bei den meisten Frauen ohnehin dauerhaft im Scheidenmilieu. Allerdings sollten speziell Mädchen und Frauen darauf achten, nach dem Toilettengang von vorne nach hinten zu wischen und auf bestimmte Körperhygiene zu achten. Dabei ist wichtig, dass auf Seifenhaltige Produkte, Intimpflegeprodukte oder gar Intimdeo verzichtet wird. Die Anwendung von diesen Produkten schützt und pflegt den empfindlichen Intimbereich nicht im Einklang mit dem äußerst empfindlichen Scheidenmileu. Im Gegenteil: Eine zu häufige und aggressive Reinigung im Intimbereich kann Infektionen im schlimmsten Fall begünstigen. Da ein gesundes Scheidenmilieu von Natur aus im sauren pH-Bereich (3,8-4,4) liegt, sollten Frauen diesen Bereich ausschließlich mit warmen Wasser reinigen.

 

Mythos 3: Mit Scheidenpilz darf man nicht ins Schwimmbad

Nicht richtig! Mit einem Scheidenpilz ist es nicht ausgeschlossen, schwimmen zu gehen. Einige Dinge sollten dennoch beachtet werden: der Aufenthalt im Wasser lässt die Schleimhäute im Intimbereich aufquellen, das Eindringen von Pilzen wird dadurch erleichtert. Es gilt: nasse Badesachen direkt nach dem Schwimmen ausziehen und den Intimbereich sorgfältig abtrocknen. In öffentlichen Schwimmbädern kann das gechlorte Wasser zudem die empfindliche Scheidenflora angreifen und damit einen akuten Scheidenpilzbefall verschlimmern. Da einige Mädchen und Frauen sehr stark unter Jucken und Brennen während eines Scheidenpilzbefalls leiden, ist der Aufenthalt in Gewässern zwar unangenehm, aber eben nicht völlig ausgeschlossen.

 

Mythos 4: Frauen welche von Scheidenpilzbefall betroffen sind, sollten nichts Süßes essen

Die sogenannte Anti-Pilz-Diät, bei welcher auf Zucker und  Kohlehydrate verzichtet werden soll, kursiert seit Jahren als alternatives Heilmittel gegen Scheidenpilzbefall. Hintergrund dieser Diät ist der Gedanke, dass Zucker jegliche Art von Pilz nährt und er bei besonderem Verzicht aushungern`würde. Der Scheidenpilz-Erreger Candida albicans ernährt sich zwar tatsächlich von Zucker, allerdings konnte bis heute keine Studie belegen, dass eine spezielle Ernährungsform den akuten Scheidenpilzbefall eindämmen oder gar heilen kann. Frauen, die an Scheidenpilzbefall leiden, können diese Erkrankung in den häufigsten Fällen schnell und unkompliziert mit einem entsprechenden Medikament - meist Combiprodukt aus Vaginaltabletten und Salbe bekämpfen. Diese Produkte sind in Deutschland Rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich. Es findet sich in keinem Beipackzettel der Hinweis, dass während der Therapie auf Süßes verzichtet werden muss.

 

Mythos 5: Bei Scheidenpilz-Verdacht sollte man direkt zum Arzt gehen

In den meisten Fällen können Frauen eine Scheidenpilzinfektion mit einem rezeptfreien Medizinprodukt aus der Apotheke erfolgreich selbst behandeln. Die Kombination aus Vaginaltabletten und Salbe lindert sehr schnell die unangenehmen Symptome und März den Pilz innerhalb weniger Tage aus.  Sollte die Therapie keinen längerfristigen Erfolg mit sich bringen, ist es empfohlen, einen Frauenarzt aufzusuchen, um Erreger und Ursache genau abklären zu lassen.

 

Mythos 6: Tampons sind bei Scheidenpilz besser als Binden

Ganz im Gegenteil. Wenn eine Frau immer wieder mit Scheidenpilzen zu tun hat, kann der Tampon ein Wiederaufflammen der Infektion begünstigen, da er einen Nährboden für Keime im Inneren der Scheide darstellt. Außerdem empfinden viele Frauen das Einführen des Tampons während der Pilzinfektion als schmerzhaft und den Rückholfaden als störend. Das selbe gilt für Menstruationstassen, die die Blutung im Körperinneren auffangen. Es kann hilfreich sein, während einer Pilzinfektion auf Binden zurückzugreifen. In jedem Fall sehr wichtig: Binde oder Tampon alle drei bis vier Stunden wechseln, um krank machenden Keimen keine Chance zu geben.


Mythos 7: Sauna ist bei Scheidenpilz ausgeschlossen

Ist nicht korrekt. Saunieren tut auch Frauen mit Scheidenpilzbefall gut, denn es entspannt und stärkt – regelmäßig betrieben – die Abwehrkräfte des Körpers gegen erneute Pilzinfektionen. Allerdings sind einige Regeln zu beachten, um niemand weiteren in Infektionsgefahr zu bringen: Setzen Sie sich in der Sauna immer auf ein trockenes Handtuch und benutzen Sie nicht das kalte Tauchbecken, sondern besuchen Sie die Dusche mit Kaltwasser im Anschluss an den Saunagang. Der Besuch von Dampfbädern sollte stets gemieden werden, da das feucht/warme Klima einen optimalen Nährboden für Pilze darstellt.


Mythos 8: Gegen Scheidenpilz wirken Hausmittel

Die berühmte Knoblauchzehe in der Scheide, gar Essigwasser oder ein in Joghurt getauchter Tampon: Angeblich wirksame Hausmittel gegen Scheidenpilzbefall gibt es einige, ob im Internet oder in Gesprächen unter Freundinnen. Experten warnen allerdings eindringlich davor, denn Hilfsmittel aus der Küchenapotheke können das Gegenteil bewirken und die Infektion verschlimmern oder sogar erst auslösen. Denn viele der angeblichen Hausmittel gegen Scheidenpilzbefall reizen das empfindliche Scheidenmileu eher, als das es gewünschte Linderung oder gar Heilung mit sich bringen.


Mythos 9: Die Unterwäsche hat nichts mit Scheidenpilz zu tun

Kann leider doch der Auslöser sein: Stringtangas, besonders welche aus synthetischen Stoffen, fördern die sog. Schmierinfektion vom Bereich des Afters in Richtung Vagina. Außerdem vermehren sich Erreger besonders gerne in warm/feuchten Klima. Der Synthetik-Tanga unterstützt die Schweißbildung im Vaginalbereich und schafft somit einen optimalen Nährboden für Keime.  Vorzugsweise sollten Slips aus Baumwolle getragen werden und wenn möglich auch nur tagsüber. Beim Schlafengehen darf das getragene Höschen gerne in den Wäschekorb wandern.

 

Mythos 10: Intimpiercings fördern Scheideninfektionen

Man kann nicht pauschalisieren, dass jede im Intimbereich gepiercte Frau automatisch mit häufigen Scheidenpilzbefällen zu rechnen hat.  Dennoch kann ein Piercing den empfindlichen Intimbereich anfälliger für Pilzerkrankungen machen. Frauen, die bereits vor einem Intimpiercing häufiger mit Scheidenpilzbefall zu tun haben, sollten sich diesen Eingriff besonders gut überlegen. Ist der Scheidenpilzbefall bei einer bereits gepiercten Frau aufgetreten, sollte sich diese das Intimpiercing herausnehmen und den Stichkanal sorgfältig reinigen sowie desinfizieren, sodass sich dort nicht zusätzlich Erreger festsetzen können. Das wieder Einsetzen des Piercings wird nach vollständigem Abklinken der vorhandenen Symptome empfohlen.


Mythos 11: An Scheidenpilz erkranken nur Frauen mit regem Sexualleben

Das Eine hat nicht zwangsläufig was mit dem Anderen zu tun! Es ist richtig, dass es für jedes Scheidenmileu eine neue Aufgabe ist, sobald Kontakt zu einem Geschlechtspartner aufgenommen wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass das empfindliche Klima aus dem Gleichgewicht kommt, steigt.  Allerdings spielen auch viele andere äußere Faktoren eine gleichermaßen einwirkende Rolle und können den Scheidenpilzbefall bei Mädchen und Frauen hervorrufen.  So sind auch Mädchen betroffen, die noch gar keinen Geschlechtsverkehr haben. Einige von Ihnen steht dann der erste Frauenartzbesuch bevor.


Mythos 12: Jucken, Ausfluss und Brennen – das muss ein Scheidenpilz sein!

Diese Annahme ist nicht korrekt. hinter den typischen Symptomen einer Scheibeninfektion können sich stets andere Hefepilze oder gar Bakterien verbergen.
Ähnliche Symptome treten bei der bakteriellen Vaginose auf, diese wird häufig- nicht immer von fischigem Intimgeruch begleitet. In diesem Fall kann eine probiotische Kur unterstützen und lindern.


Mythos 13: Wer sich untenrum rasiert, riskiert einen Pilz

Diese gar mystische Aussage hat nichts mit der Realität zu tun. Gynäkologen empfehlen auf die Trockenrasur oder der Haarentfernung entgegen der natürlichen Wuchsrichtung  zu verzichten. Diese Vorgehensweisen können zu Hautirritationen und Haarwurzelentzündungen führen.


Bei spezielleren Fragen oder bei ungewöhnlichen Reaktionen wenden Sie sich bitte grundsätzlich immer an Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt.

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